Ursula Schupfer über Ursula Sandgathe (Stolpersteine Hallein)

YouTube-Cover

Eine Patenschaft

Ursula Schupfer erzählt von ihrem Stolperstein-Patenkind: Ursula Sandgathe.

Ursula Sandgathe

Geboren im Rheinland 1940, mitten im Krieg. Ihre Eltern kamen nach Hallein auf den Dürnberg, um ihr zu helfen - Ursula Sandgathe litt unter Krampfanfällen, vermutlich kriegstrauma-bedingt. Man hoffte, ein ruhigerer Ort könnte den Anfällen entgegenwirken.

Der Gesundheitszustand besserte sich nicht. Sie kam ins Landeskrankenhaus Salzburg, wurde aber bald wieder entlassen - die Ärzte konnten ihr nicht helfen. Später kam sie zu Heinrich Gross auf den Spiegelgrund - Ursula Sandgathe ist eines der „Spiegelgrundkinder", an denen vermutlich medizinische Experimente vorgenommen wurden.

Am 5. März 1943 starb Ursula Sandgathe am Spiegelgrund. Eigentlich wurde sie ermordet.

Warum diese Patenschaft

Walter Reschreiter, der verstorbene Vizebürgermeister von Hallein, fragte Ursula Schupfer bei der Eröffnung einer Ausstellung („Lebensunwertes Leben"), ob sie eine Patenschaft übernehmen würde. Sie war die erste, die er fragte - und durfte sich aus einer langen Liste jemanden aussuchen.

„Die Geschichte von Ursula Sandgathe hat mich am meisten berührt. Zum einen erinnert sie mich an meine eigene Familie, die zum Teil aus Deutschland kommt, und zum anderen natürlich die Verbindung des Namens. Und die Geschichte der Spiegelgrundkinder finde ich immer wieder sehr erschütternd - dass Kinder Opfer von grauenhaften Experimenten wurden."

Stolpersteine erinnern dort, wo Menschen lebten - bevor sie weggenommen wurden.