Arbeitsassistenz – Pro Mente Salzburg

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Was die Arbeitsassistenz tut

Bert Kellnreiter leitet die Arbeitsassistenz im Bundesland Salzburg. Die Einrichtung berät und unterstützt Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Behinderungen und Handicaps - entweder, damit sie einen passenden Arbeitsplatz finden, oder damit sie einen gefährdeten Job behalten können. Kein eigener Trainingsbetrieb im Hintergrund, sondern Beratung und Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt.

Wie der Weg läuft

Erst Abklärung: passt das Angebot, oder braucht es vorher ein Arbeitstrainingszentrum oder einen sozialökonomischen Betrieb? Dann gemeinsame Profilerstellung - Kundenkontakt oder Backoffice? Team- oder Einzelarbeit? Komplexe oder einfache Aufgaben? Und schließlich die gemeinsame Jobsuche, manchmal von den Klient:innen selbst geführt, manchmal von der Arbeitsassistenz aktiv akquiriert. Wichtig: Freiwilligkeit.

Zahlen aus Salzburg

900 betreute Personen pro Jahr, vier Standorte (Salzburg, St. Johann im Pongau, Tamsweg, Zell am See), 75 % erfolgreicher Abschluss. Betreut wird von 15 bis ca. 60/61 Jahren.

Wer arbeitet hier

Quellberufe: Sozialarbeit (FH), Pädagogik, Psychologie, diplomierte Behindertenpädagogik. Viele Quereinsteiger:innen mit wirtschaftlichem Background - Bert selbst ist gelernter Gas- und Wasserleitungsinstallateur, hat später auf Psychologie umgesattelt. Dieses Verständnis für Betriebsabläufe ist ein bewusst gesuchtes Qualifikationsmerkmal.

Fachbereiche

Eigene Mitarbeiter:innen für Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit Lernbeeinträchtigungen sowie zwei landesweit tätige Kolleginnen für gehörlose und hörbehinderte Personen - inkl. Gebärdensprache und Kenntnis der gehörlosen Kultur.

Autismus und Filtern von Reizen

Im Gespräch erklärt Bert, was Autismus auf der Arbeitsstelle bedeutet: ein Nicht-Zuordnen-Können beziehungsweise Filtern von Reizen. Die Hintergrundmusik im Interviewraum wäre für einen Autisten genauso präsent wie Gesicht und Mikrofon - Konzentration ist unmöglich. Daher in der Arbeitsintegration wichtig: klare Anweisungen, klare Vorgaben, geschützte Räume.

NEBA - das Gesamtpaket

Die Arbeitsassistenz ist Teil des Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA, Dachmarke des Sozialministeriums Service): Jugendcoaching (auch für „NEETs" - not in education, employment or treatment), Produktionsschulen, Jobcoaching (direkte Unterstützung am Arbeitsplatz) und Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz (z.B. für Rollstuhlfahrer:innen). Mehr unter www.neba.at.

Wünsche

Für die Klient:innen: das Modell „Spagat" aus Vorarlberg österreichweit, damit auch Menschen zwischen Lebenshilfe und Arbeitsassistenz reguläre, existenzsichernde Arbeit finden - keine Tageswerkstätten mit Taschengeld. Weniger Bürokratie und Dokumentation, die produktive Arbeit erstickt. „Wir sind zu schnell im Urteil" - Menschen nicht nach Aussehen oder Behinderung beurteilen, sondern nach dem, was sie können und mitbringen.