Marion (Bestattung Eder)

Wer ist Marion?
Marion ist Bestatterin in Salzburg. Ursprünglich aus Berchtesgaden, Bayern — Salzburg ist die nächstgrößte Stadt und Salzburg mag sie sehr. Seit zwölf Jahren betreibt sie hier ihr Geschäft, seit zwei Jahren in neuen Räumen, „die Wärme ausstrahlen".
Warum freundliche Räume?
Trauer drückt von innen — von außen braucht es nicht noch mehr Druck. Statt eines „finstern Raums" mit klischeehaftem Bestatter (Marion denkt an Lucky Luke) eine Umgebung, in der Hinterbliebene den letzten Weg gemeinsam gestalten können — mit Lieblingsmusik, persönlichen Gegenständen, eigenen Worten.
Vom Krankenhaus in die Bestattung
Marion hat in der Chirurgie gelernt. Den Krankenhausalltag empfand sie psychisch belastender — weil eine andere Beziehung zur Person entsteht und Diagnosen und Tod direkter berühren. „Ich kann ja nichts dafür, dass jemand verstorben ist. Ich helfe ja nur, dass der letzte Weg pietätvoll bleibt."
Veränderte Friedhofskultur
Sie sieht Tradition und neue Wege gleichermaßen berechtigt. Wo es zulässig ist (in Österreich nicht überall), realisiert sie individuelle Wünsche — etwa Seebestattungen mit QR-Codes als „Hinten-immer-so-ein-Muster", über das man mit dem Handy persönliche Texte abrufen kann. Manche brauchen einen Ort zum Hingehen, andere tragen die Verstorbenen in Gedanken bei sich.
Über das Sterben sprechen
Marion plädiert für Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit: „Wir kommen als Baby auf die Welt und sterben — wenn es gut geht — als alte Leute. Warum soll man das Sterben dann nicht aussprechen?" Ihre Überzeugung: „Ich gehe ins Licht." Im Verabschiedungsraum hat sie eine Lichtwand gestalten lassen — frei interpretierbar als Sonne, Stern, was immer einem hilft.
Wunsch
In erster Linie Frieden auf der Welt, mehr Toleranz und Verständnis füreinander.
