Stolpersteine

Thema
Sechste Ausgabe von JoPhi.guru: das Stolperstein-Projekt in Salzburg. Erinnerungssteine mit Messingplatte, verlegt vor den letzten freiwilligen Wohn- und Arbeitsorten von Opfern des Nationalsozialismus.
Die Gäste
- Marko Feingold - Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, Holocaust-Überlebender. „Ehrenbürger der Stadt Salzburg - aber nur das Alter schuldig" (lacht). Mit 32 Jahren der dienstälteste Kultusgemeinde-Präsident Österreichs.
- Ingeborg Halder - Rechtsanwältin, Gemeinderätin Salzburg, hat 2007 mit Feingold und Kerschbaumer das Personenkomitee Stolpersteine Salzburg ins Leben gerufen.
- Gerd Kerschbaumer - Germanist und Historiker, recherchiert die Opferbiografien für die Steine.
- Ursula Schupfer - gelernte Journalistin, seit 14 Jahren Gemeinderätin, Patin eines Stolpersteins.
Worum es geht
- Das Projekt: Künstler Gunter Demnig aus Köln, europaweit über 40.000 Steine. Salzburg war 2007 die erste große österreichische Stadt, die mitmachte.
- Beispiel Familie Eisenberg, Lessingstraße 6: drei Generationen, im Wald von Bikernieki bei Riga erschossen. Mutter, Tochter und das einjährige Kind Lea - alle drei Steine zwischen 2011 und 2013 verlegt.
- Recherche im Internet: Kerschbaumer betont, dass die Biografien ins Englische übersetzt werden - so erreichen sie Nachkommen in den USA und Israel. „Wir sind nicht in der Steinzeit."
- Opfergruppen: Sinti & Roma, Opfer wegen sexueller Orientierung (Salzburg war österreichische Erste mit öffentlichem Denkmal), politische Opfer, religiöse Verfolgte.
- Schwarze Welle: Berührt wird, dass viele Steine schon beschmiert wurden - was paradoxerweise die Bekanntheit des Projekts massiv erhöht hat.
- Aktualität: „Die Welt zerbricht" - Halder zur Notwendigkeit des Projekts heute, nicht nur historisch.
